So atemberaubend schön kann der Arbeitsplatz sein – die „Nature“-Fotos des Jahres
Das Fachmagazin „Nature“ zeichnet außergewöhnliche Aufnahmen aus, die während der Arbeit von Wissenschaftlern entstanden sind. Der diesjährige Gewinner muss schwindelfrei sein. Sehen Sie selbst.
Der Fotowettbewerb #ScientistAtWork (übersetzt: Forscher bei der Arbeit) lud Leser des renommierten Wissenschaftsmagazins „Nature“ dazu ein, Lieblings-Schnappschüsse ihrer Arbeit einzureichen.
Die finale Auswahl wurde nun in einer Ausgabe abgedruckt. Die fünf Preisträger erhielten 500 britische Pfund sowie ein persönliches Abonnement der Zeitschrift.
Das Korallen-Probiotika-Dorf
Tief im Roten Meer vor der Küste Saudi-Arabiens installieren Nauras Daraghmeh und Yusuf El-Khaled eine Inkubationskammer über einem Teil eines der wertvollen Unterwasser-Ökosysteme der Region – einer Korallenriff-Gemeinschaft. Die Kammern ermöglichen es den Forschern, die Menge des von den Korallen und ihren symbiotischen Zooxanthellen – mikroskopisch kleinen Algen, die in deren Gewebe sowie in dem anderer Meereslebewesen leben – verbrauchten und produzierten Sauerstoffs zu messen.
Die sanften Riesen beschützen
Meeresbiologe Michael Doane streift vorsichtig die Haut eines Walhais (Rhincodon typus) mit einer Spritze ab und entnimmt eine Probe der dort lebenden Mikroorganismen. Hinter ihm schwimmt ein neugieriger Weißspitzenriffhai (Carcharhinus albimarginatus) am Ningaloo-Riff vor der Küste Westaustraliens ins Bild. „Der Weißspitzenriffhai, der sich an Mike heranschlich, ließ uns allen das Herz höher schlagen – außer Mike, der auf die Mikroben konzentriert war“, sagte Meeresökologe Robert Harcourt, der das Bild aufnahm.
Giftiger Algenteppich
Microcystis aeruginosa und Dolichospermum flos-aquae – zwei in Kanada verbreitete Algenarten – erzeugen jeden Sommer eine giftige, übel riechende Fäulnisschicht auf dem See. Im Morgenlicht des Septembers 2021 hebt sich die Silhouette von Kelly Estrada Piedrahita, einer Masterstudentin der Queen’s University, gegen das Grün ab, während sie vom Bug des Bootes aus Wasserproben entnimmt. Projektleiter Haolun „Allen“ Tian macht derweil vom Ufer aus Drohnenfotos.
Fluoreszierende Schönheit
Unter ultraviolettem Licht leuchtet die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) hell auf – ein Zeichen dafür, dass sie sich von einer Zuckermischung ernährt hat, die mit einem fluoreszierenden Farbstoff und einem mückentötenden Wirkstoff versetzt war. „Die UV-Beleuchtung erzeugte eindrucksvolle Farben sowohl von der winzigen Mücke als auch von dem Kondenswasser, das sich unter der kalten Petrischale gebildet hatte“, sagt der Fotograf Shayanta Chowdhury.
Der diesjährige Gewinner
Vom Rücksitz eines Ultraleichtflugzeugs ruft Helena Wehner, einem Schwarm von Waldrappen (Geronticus eremita) eine rhythmische deutsche Melodie zu, um sie auf ihrem Weg zu ihren Winterquartieren zu leiten. Einst nisteten die Vögel an den nördlichen Ausläufern der Alpen, verschwanden jedoch vor rund 400 Jahren aus der Region.
Die 50-tägige Reise umfasst 2800 Kilometer von Südostdeutschland bis in den Südwesten Spaniens. Die Vögel werden von ihren menschlichen Betreuern von Hand aufgezogen, wodurch eine Bindung entsteht, die dazu führt, dass die Ibisse ihren Zieheltern bereitwillig im Flugzeug folgen.
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lpi
Source – WELT De

