Nachfolger von Jens Spahn: Thorsten Frei soll Unionsfraktionschef werden

Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) soll neuer Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag werden. Auf diesen Vorschlag verständigten sich die Chefs von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, wie unter anderen die Nachrichtenagentur dpa und das ZDF berichteten. Frei folgt damit auf Jens Spahn, der am Wochenende nach Kritik seiner Familiengründung mithilfe einer Leihmutter zurückgetreten war.

Offiziell ins Amt kommt Frei erst durch eine Wahl in der Fraktion, die dafür am kommenden Mittwoch in Berlin zu einer Sondersitzung zusammenkommen soll. Offenbar könnte dann auch sein Nachfolger als Kanzleramtschef verkündet werden. Bis zur offiziellen Neuwahl von Spahns Nachfolger durch die Fraktion führt der bisherige Stellvertreter, CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann, die Amtsgeschäfte an der Spitze der Unionsfraktion.

Nachfolger von Jens Spahn: Thorsten Frei gilt als enger Vertrauter von Friedrich Merz.
Thorsten Frei gilt als enger Vertrauter von Friedrich Merz. © Sebastian Gollnow/​dpa

Frei war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz, ist also mit der Arbeit an der Spitze der Unionsabgeordneten vertraut. Der 52-jährige CDU-Politiker aus dem Schwarzwald war schon nach der Bundestagswahl 2025 für den Fraktionsvorsitz im Gespräch gewesen. Merz holte seinen engen Vertrauten dann aber ins Kanzleramt.

Kritik an Spahn wegen Inanspruchnahme einer Leihmutter

Spahn war am Wochenende nach wachsendem Druck von seinem Amt zurückgetreten. Er und sein Mann Daniel Funke hatten bekanntgegeben, mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten, Spahn selbst und seine Partei sprachen sich in der Vergangenheit deutlich gegen eine Legalisierung aus. Deshalb gab es breite Kritik an Spahns privatem Vorgehen.

Nach Gesprächen mit Merz hatte der 46-Jährige seinen Rücktritt erklärt. Zur Begründung sagte Spahn, der Spagat zwischen seiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an ihn als Fraktionschef sei größer geworden, als von ihm erwartet.

Source – ZEIT News