Luxushotel Adlon soll für Hunderte Millionen Euro verkauft werden
Das Hotel Adlon am Brandenburger Tor in Berlin steht möglicherweise vor einem Verkauf. Derzeit läuft eine Abstimmung unter den Privatanlegern, die über einen Fonds in das Hotel investiert sind.
Die Immobiliengesellschaft Jagdfeld will das legendäre Hotel Adlon am Berliner Platz für mindestens 280 Millionen Euro verkaufen – braucht dafür aber die Zustimmung der Anleger. Das Hotel ist einem Bericht der „Immobilien-Zeitung“ (IZ) zufolge Teil eines Fonds, dem sogenannten Fundus-Fonds 31, der von der Jagdfeld-Gruppe gemanagt wird.
Der Konzern bestätigte den Vorgang auf Anfrage. Demnach gehört der Fonds und damit das Adlon rund 4000 Eigentümern, überwiegend Privatanleger, die in einem Lebensalter seien, in dem sie sich von ihren Anteilen trennen wollten.
„Mit dem angestrebten Verkauf kommen wir dem Wunsch der Anlegerinnen und Anleger am besten nach und sind so in der Lage, den höchstmöglichen Preis zu erzielen“, teilte die Gruppe weiter mit. Die Fondsgesellschaft sei in der komfortablen Position, „frei und aus eigenen Stücken diesen Weg gehen und Deutschlands berühmtestes Hotel in neue Hände geben zu können“.
Den Gesellschaftern wurde dem „IZ“-Bericht zufolge eine Liquidation des Fonds mit einem Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro vorgeschlagen. Die Abstimmung läuft demnach bereits und braucht eine Mehrheit von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen. Sollte eine Entscheidung für den Verkauf fallen, werde ein strukturiertes Bieterverfahren mit einem internationalen Makler durchgeführt, heißt es in dem Bericht weiter. Die Abstimmung läuft seit Ende Juli und ist auf vier Wochen angesetzt.
Eines der prestigeträchtigsten Hotels Deutschlands
Für Gäste des Adlon ändert sich durch einen möglichen Verkauf vorerst nichts. Mit dem Hotelbetreiber Kempinski besteht der Jagdfeld-Gruppe zufolge ein Pachtvertrag bis Ende 2032.
Das Hotel Adlon am Pariser Platz in Mitte gilt als eines der prestigeträchtigsten Hotels Deutschlands. Das ursprüngliche Luxushotel wurde 1907 eröffnet und am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 durch einen Brand weitgehend zerstört; erhalten blieb nur ein Seitenflügel, der 1984 abgerissen wurde.
Der Name Adlon lebte als Mythos weiter. Kempinski erwarb die Namensrechte von den Erben noch während des Kalten Krieges, mehr als 30 Jahre vor dem Fall der Berliner Mauer. Am 23. August 1997 wurde das Hotel Adlon schließlich wiedereröffnet. Das Projekt wurde über den vom Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld aufgelegten Fundus-Fonds 31 finanziert und kostete über 400 Millionen Euro.
dpa/coh
Source – WELT De

