Hitzewelle: Ab in die Eistonne

Manche sehnen ja schon den Winter herbei, weil man sich gegen Kälte besser wappnen kann, Schicht um Schicht, bis man aussieht wie das Michelin-Männchen. Hitze hingegen will erlitten werden, man kann sich nicht nackter machen als nackt. Gerade deshalb aber, weil gegen äußerliche Höchstwerte nur wenig auszurichten ist, empfiehlt sich eine Strategie des innerlichen Runterkühlens. Nicht nur Wassertrinken und Lüften helfen. Auch Gedanken im Eispelz haben einiges für sich.

Alle wissen, dass meteorologische Extremlagen auch auf den Kopf schlagen. Je heißer es wird, desto angesengter die Stimmung. Wem der Schweiß in den Augen brennt, fasst ungern klare Gedanken. Und dass sich irgendwann alle gegenseitig der unerträglichen Hitzköpfigkeit bezichtigen, ist fast schon ein Naturgesetz. Koller, Kollaps, Schweißflecken im Gemüt: Das klimatische und das gesellschaftliche Klima sind nicht voneinander zu trennen. Und schon deshalb ist eine möglichst eisige Diskursdusche dringend anzuraten: kühlt den Kopf und das Denken.

Source – ZEIT News