Keine klare Mehrheit bei Parlamentswahl in Israel – leichter Vorsprung für Netanjahu

Bei der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich laut erster Prognose ein enges Rennen zwischen dem Lager von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seinen politischen Gegnern ab.

Audioplayer wird geladen

Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.

Bei der Parlamentswahl in Israel ​zeichnet sich nach Schließung der ⁠Wahllokale am Dienstag ein Patt ab. Weder Ministerpräsident Benjamin Netanjahu noch sein wichtigster Herausforderer Gadi Eisenkot können mit ⁠einer Mehrheit in ​der ‌120 Sitze zählenden Knesset rechnen, wie aus Wählerbefragungen großer Fernsehsender hervorgeht.

Einer Erhebung des Senders Channel 12 zufolge wird Netanjahus Likud-Partei mit 24 Mandaten ‌stärkste Kraft. ⁠Die Partei ​von Eisenkot kommt demnach auf 22 ⁠Sitze. Damit gibt es zunächst keinen klaren Sieger.

Lesen Sie auch

Die Abstimmung galt als Schicksalswahl vor allem für die innenpolitische Ausrichtung des Landes. Ein Kurswechsel in der Palästinenserpolitik scheint laut Aussagen führender Politiker unwahrscheinlich.

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, die 120 Abgeordneten der Knesset zu bestimmen. Die Wahllokale haben um 21.00 Uhr MEZ geschlossen.

Hohe Wahlbeteiligung erwartet

Nach Angaben der zentralen Wahlkommission zeichnete sich bis 19.00 Uhr MEZ die höchste Wahlbeteiligung seit 1988 ab. Zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale lag sie demnach bei 74,3 Prozent. Bei der letzten Wahl 2022 waren es zum selben Zeitpunkt 66,3 Prozent. Insgesamt stimmten damals 70,6 Prozent der Wahlberechtigten ab. Medienberichten zufolge reisten mehr als 70.000 Israelis aus dem Ausland an, um ihre Stimme abzugeben.

Netanjahu rief seine Anhänger auf der Plattform X zur Stimmabgabe auf und begründet dies wie bei früheren Wahlen mit einer angeblich überdurchschnittlich hohen Wahlbeteiligung der arabischen Staatsbürger. Laut Netanjahu handelt es sich um einen „Notruf“, da die Beteiligung im rechten Lager im Vergleich dazu geringer ausfalle.

Mehr in Kürze

dpa/ds

Source – WELT De