CSD-Anschlag: Ermittler sichern DNA-Spuren von Abdul B. in Tatfahrzeug

Nach dem Anschlag während des Berliner CSD haben die Ermittler DNA-Spuren vom Täter in dem Tatwagen festgestellt. Es handele sich um die DNA von Abdul B., sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Es seien keine weiteren DNA-Spuren in dem Fahrzeug entdeckt worden. Somit sei klar, dass B. den Wagen höchstwahrscheinlich gesteuert habe, sagte die Sprecherin.

Zunächst hatte der RBB berichtet, dass ein weiterer Mann in der Nacht nach dem Anschlag festgenommen wurde, bei dem die Polizei davon ausgegangen sei, dass er mit im Auto gesessen habe.

Bei dem Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day in Berlin am Samstag wurde eine Frau getötet. 31 Menschen wurden teils schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter Abdul B. soll auch eine Machete benutzt haben. Er starb am Tag nach dem Anschlag durch Schüsse von Polizisten, die ihn gestellt hatten. Auf seinem Handy wurde nach Angaben der Bundesanwaltschaft ein Bekennervideo gefunden, in dem eine vermummte Person, mutmaßlich Abdul B. selbst, einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) leistet.

Ermittlungen laufen noch

Am späten Samstagabend war ein weißer Transportwagen in eine Menschenmenge am Rande des CSD gefahren. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen. Bei der Verstorbenen handelte es sich um eine 65-jährige Frau aus Polen. Sie hatte den CSD in Berlin mit ihrer Tochter besucht.

Die Ermittlungen zum Anschlag laufen noch. Angesichts des Anschlags gibt es eine politische Debatte über den künftigen Umgang mit als Gefährder eingestuften Personen. Die queere Community warnt davor, die Gefährdung von Lesben, Schwulen und anderen Minderheiten auf einzelne Tätergruppen zu reduzieren. Für Betroffene des Anschlags gibt es weitere Seelsorgeangebote.

Der mutmaßliche Täter Abdul B. war polizeilich bekannt und bereits verurteilt worden. Medienberichten zufolge fiel er schon als junger Schüler mit aggressivem Verhalten auf. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, wurden bereits ab der ersten Klasse Vermerke
wegen seines Verhaltens erstellt.

Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung bestätigte auf Anfrage Berichte
der Berliner Morgenpost, wonach bei Abdul B. bereits früh Unterstützungs- und
Förderbedarf festgestellt wurden. Abdul B. hatte laut Berliner Morgenpost Schwierigkeiten im emotionalen und sozialen Bereich. Er habe zweimal die Grundschule gewechselt. Die Eltern hätten nicht mit den Lehrern
kooperiert. Die weiterführende
Schule besuchte er in einem Förderzentrum. Er verließ die Schule ohne
Abschluss.

Source – ZEIT News