Nach CSD-Parade in Hamburg – Drei Männer greifen Frauen auf St. Pauli an
Die 30-Jährige wollte laut Polizei einer Frau beistehen, die von drei Männern belästigt wurde. Das Trio soll sie daraufhin verfolgt, bedroht und zu Boden gebracht haben. Der Staatsschutz ermittelt wegen Hasskriminalität.
Drei junge Männer haben nur Stunden nach dem Ende der Hamburger CSD-Parade eine Angehörige der Queer-Community angegriffen. Die drei 20- bis Mitte 20-jährigen Männer brachten die 30-Jährige in der Nacht zu Sonntag im Stadtteil St. Pauli zu Fall, einer sprang ihr dann auf die Beine, wie die Polizei mitteilte. Dabei sei die Frau leicht verletzt worden. Der für Hasskriminalität zuständige Staatsschutz der Hamburger Polizei habe die Ermittlungen wegen des Verdachts der Bedrohung sowie der gefährlichen Körperverletzung übernommen.
Opfer wollte belästigter Frau helfen
Den Ermittlungen zufolge war es vor dem Angriff vor einer Szene-Bar in der Talstraße zunächst zu Streitigkeiten zwischen einer Frau und den drei Männern gekommen, nachdem diese die Frau belästigt hatten. Als daraufhin die 30-Jährige der Frau zu Hilfe gekommen sei, habe das Trio sie erst bedroht, die Flüchtende dann verfolgt und schließlich in der Simon-von-Utrecht-Straße angegriffen.
Erst am Samstagnachmittag hatten sich in Hamburg rund 300.000 Menschen am Hamburger Christopher Street Day (CSD) beteiligt. Mit 60 Lastwagen als fahrende Bühnen von Unternehmen, Vereinen, Parteien und evangelischer Kirche bewegte sich der Umzug der queeren Community durch den Stadtteil St. Georg in Richtung Innenstadt. Das Motto der Parade lautete: „Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!“.
Eine Frau aus Polen starb, 31 Menschen wurden verletzt
Eine Woche vor dem Hamburger CSD hatte der islamistische Attentäter Abdul B. beim Berliner CSD mit einem Auto mehrere Menschen angefahren und weitere vermutlich mit einer Machete attackiert. Eine Frau aus Polen starb, 31 Menschen wurden verletzt. Der 21-Jährige war am Tag danach bei einem Polizeieinsatz zu einer Festnahme erschossen worden.
Wie nach dem CSD bekannt wurde, hatten Sicherheitskräfte mehreren Menschen mit Regenbogenflagge den Zutritt zum Hamburger Einkaufszentrum Europa Passage verwehrt. Der Sicherheitsdienst habe an zwei Eingängen Menschen mit dem Pride-Symbol abgewiesen oder dazu aufgefordert, ihre Flaggen einzurollen, sagte ein Polizeisprecher. Als Begründung hätten sich die Sicherheitskräfte auf das Hausrecht bezogen.
Betroffene schalteten daraufhin die Polizei ein. Die Beamten schritten ein. Nach Erkenntnissen der Polizei änderten die Sicherheitskräfte daraufhin ihr Verhalten. Wie viele Menschen abgewiesen wurden, dazu gab es von der Polizei am Sonntag zunächst keine weiteren Informationen.
dfe, dpa
Source – WELT De

