Ryanair-Passagier ragte mit Oberkörper aus Flieger – Frau schildert dramatische Rettung ihres Mannes

Fünf Minuten lang klammerte sich die Ehefrau an die Beine ihres Mannes, der nach einem Zwischenfall in einer Ryanair-Maschine bereits mit halbem Oberkörper aus dem Flugzeug hing. Bei der Boeing 737 war in etwa 4500 Metern Höhe ein Fenster geborsten.
Nach dem dramatischen Zwischenfall an Bord eines Ryanair-Fluges von Thessaloniki nach Memmingen hat die Ehefrau des schwer verletzten Passagiers erstmals ausführlich geschildert, was sich in der Kabine abgespielt hat. Als ihr Mann durch die plötzliche Dekompression mit halbem Oberkörper aus dem zerstörten Flugzeugfenster gezogen wurde, habe sie nur einen Gedanken gehabt: „Wenn wir sterben, dann sterben wir gemeinsam. Es war schrecklich“, sagte Svetlana Grković den serbischen „Nova News“.
Die Boeing 737-800 war am Freitagmorgen auf dem Weg von Griechenland nach Deutschland, als es nach Angaben von Passagieren zu einem lauten Knall kam. Ryanair bestätigte später, dass sich während des Fluges ein Passagierfenster gelöst habe. Die Maschine kehrte daraufhin nach Thessaloniki zurück und landete dort sicher.
Grković berichtet, sie und ihr Mann seien nach einem Urlaub in Griechenland auf dem Rückflug gewesen. Beide seien kurz vor dem Zwischenfall eingenickt. Dann sei das Fenster neben ihrem Mann plötzlich zerstört worden. „Zum Glück war er angeschnallt“, sagte sie. Ihr Mann sei nach außen gezogen worden. „Die Hälfte seines Körpers ragte aus dem Flugzeug heraus.“ Nach Angaben von Luftfahrtportalen befand sich die Maschine im Steigflug in rund 4.500 Metern Höhe, als das Fenster zerbarst.
Während Sauerstoffmasken von der Kabinendecke herabfielen und unter den Passagieren Panik und Chaos ausbrachen, habe sie die Beine ihres Mannes festgehalten. Dabei sei sie von mehreren Mitreisenden unterstützt worden. Besonders dankbar sei sie einem bislang unbekannten Mann, den sie lediglich als mutmaßlichen Albaner in Erinnerung habe. „Dieser Mann hat mir und Ljubiša sehr geholfen“, sagte sie. „Ich würde ihn gerne kennenlernen, um ihm persönlich noch einmal zu danken.“
Außerdem erinnert sich Grković an die Reaktion einer Mutter, die in der Nähe saß: „Diese Frau hatte große Angst. Neben ihr saß ein Kind. Sie hielt das Kind so fest umklammert, dass sie es beinahe erstickt hätte.“
Nach Darstellung der Ehefrau verlor ihr 61 Jahre alter Mann Ljubiša mehrfach das Bewusstsein, als sich sein Kopf außerhalb des Flugzeugs befand. Er liegt weiterhin in einem Krankenhaus in Thessaloniki und kann derzeit wegen seiner Verletzungen nicht sprechen. Medienberichten zufolge erlitt er Verletzungen an Hals und Hand sowie Schürf- und Reibungsverbrennungen. Mehrere Augenzeugen schilderten übereinstimmend, dass Kopf und Schultern des Mannes zeitweise aus dem Flugzeug geragt hätten.
Auch das serbische Portal „Informer“ sprach mit einem Augenzeugen. Demnach habe Grković die Beine ihres Mannes „volle fünf Minuten lang“ festgehalten, bis andere Passagiere zur Hilfe geeilt seien und ihn zurück in die Kabine gezogen hätten. Das Paar habe Glück gehabt, dass sich der Anschnallgurt trotz der Belastung nicht gelöst habe.
Die Ursache des Zwischenfalls ist weiterhin ungeklärt. Griechische Medien berichten über den Verdacht, dass ein Teil des Triebwerks die Fensterscheibe getroffen haben könnte. Die zuständigen Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen.
kami
Source – WELT De

