Hubert Aiwanger (55) tot in Berliner Hotel gefunden
Die Freien Wähler in Bayern verlieren ihr prägendes Gesicht: Hubert Aiwanger ist am Mittwoch in Berlin im Alter von 55 Jahren völlig überraschend gestorben. Zuvor blieb er aus gesundheitlichen Gründen einem Termin fern.
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Hubert Aiwanger (55) ist tot. Nach Informationen der „Bild“ wurde der Freie-Wähler-Chef und bayerische Wirtschaftsminister in einem Berliner Hotel entdeckt. Quellen aus der bayerischen Staatsregierung und der Berliner Polizei haben der Zeitung den Tod des bayerischen Politikers bestätigt.
Zu der Todesursache ist noch nichts bekannt. Am Nachmittag hätte er bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler eine Rede halten sollen, hieß es. Aiwanger habe sich aber aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und vertreten lassen.
Aiwanger blieb demnach im Hotel „Neuer Fritz“ in Berlin-Mitte. Später sei er dann nicht mehr erreichbar gewesen und sei schließlich leblos in seinem Zimmer entdeckt worden.
Aiwanger war im Kabinett von Markus Söder (CSU) als Wirtschaftsminister tätig und zudem stellvertretender Ministerpräsident von Bayern.
Er wurde am 26. Januar 1971 im niederbayerischen Ergoldsbach geboren. Der 55‑Jährige war über viele Jahre das Gesicht der Freien Wähler in Bayern und führte die Partei schließlich in die Landesregierung.
Seit 2006 war er Vorsitzender des bayerischen Landesverbandes, 2010 übernahm er zusätzlich den Bundesvorsitz der Freien Wähler. 2008 zog er erstmals in den Bayerischen Landtag ein und übernahm den Vorsitz der Landtagsfraktion, die er bis zum Eintritt in die Regierung 2018 führte.
Aiwanger hinterlässt Lebensgefährtin und zwei Söhne
Nach der Landtagswahl bildeten die Freien Wähler erstmals eine Koalition mit der CSU. Unter Ministerpräsident Markus Söder wurde Aiwanger stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
Nach der Wahl 2023 wurde die Koalition zwischen CSU und Freien Wählern unter Söder fortgesetzt, Aiwanger behielt seine Ämter. Inhaltlich machte er sich vor allem mit scharfer Kritik an der Migrationspolitik der Bundesregierung sowie an deren Energie- und Wirtschaftspolitik einen Namen.
Aiwanger war nicht verheiratet. Er lebte aber mit Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger, mit der er zwei gemeinsame Söhne hat, zusammen.
Nazi-Verdächtigungen wegen Flugblatt aus Schulzeit
2023 geriet der Freie-Wähler-Chef kurz vor der Landtagswahl wegen eines antisemitischen und rechtsextremen Flugblatts aus seiner Schulzeit unter erheblichen politischen Druck. Die Information über das Flugblatt hatte ein früherer Lehrer an Aiwangers Schule und SPD-Mitglied der „Süddeutschen Zeitung“ gesteckt.
Aiwangers Bruder Helmut sagte daraufhin, er habe das Pamphlet geschrieben. Eine unabhängige abschließende Klärung, wer den Text tatsächlich verfasst hatte, gab es öffentlich nicht. Aiwanger räumte allerdings ein, dass Exemplare in seiner Schultasche gefunden worden waren.
Erst bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr hatten die Freien Wähler unter Aiwangers Führung noch große Siege gefeiert und der CSU viele Landrats-Posten abgejagt. Im Gegensatz zu seinen politischen Erfolgen in Bayern blieb Aiwanger aber ein großes politisches Ziel verwehrt: der Einzug seiner Partei in den Bundestag.
mit dpa
Source – WELT De

