Erntebericht 2026: Landwirtschaftsminister Rainer sieht »Krise nationaler Tragweite«

Die Dürreschäden in der deutschen Land- und Forstwirtschaft bedeuten laut Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) eine »Krise von nationaler Tragweite«. Wie aus dem offiziellen Erntebericht hervorgeht, den Rainer in Berlin vorstellte, brach die Getreideernte im laufenden Jahr um 7,3 Prozent ein. Beim Winterweizen lagen die Ernten 10,4 Prozent unter dem Vorjahreswert, beim Raps 11,5 Prozent.

Der CSU-Politiker stellte betroffenen Landwirten Hilfen in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro in Aussicht. Ein »Schadensereignis von nationalem Ausmaß« wie bei der Dürre 2018 oder den Hochwassern 2021 rief Rainer allerdings nicht aus. Nur dann darf auch der Bund entstandene Schäden ausgleichen. Dennoch müssten Landwirte handlungsfähig bleiben, um die Ernährungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten, sagte der Minister. »Wenn die Substanz unserer Betriebe dauerhaft gefährdet ist, dürfen wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.«

Steuererleichterungen, Düngemittelhilfen und günstige Kredite geplant

Zusätzliches Geld soll vor allem über sogenannte Liquiditätsprogramme fließen. Über die Landwirtschaftliche Rentenbank stellt die Bundesregierung derzeit niedrig verzinste Kredite für betroffene Bauern zur Verfügung. Diese Mittel will Rainer von derzeit 200 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro aufstocken.

Über weitere Hilfen verhandelt demnach seine Behörde mit dem Finanzministerium, etwa über steuerliche Erleichterungen und gezielte Düngemittelhilfen. Außerdem kündigte Rainer an, die Direktzahlungen an die deutsche Landwirtschaft im kommenden Jahr einmalig auf 700 Millionen Euro zu erhöhen.

In den Erntebericht fließen Meldungen von zehntausend Standorten in Deutschland ein. In der zweiten Septemberhälfte veröffentlicht das Ministerium, wie die Ernten bei späteren Kulturen ausfielen, etwa bei Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais und Hopfen.

Source – ZEIT News