Nahost: Huthi-Rebellen melden Angriffe in Saudi-Arabien und im Jemen
Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen verschärfen sich weiter. Die islamistischen Rebellen haben nach eigenen Angaben eine Raffinerie des staatlichen saudischen Ölkonzerns Aramco im Südwesten Saudi-Arabiens in der Region Dschasan attackiert.
Ein Militärsprecher der Huthi erklärte, der Drohnenangriff auf die Anlage sei ein «präziser Treffer» gewesen. Die Miliz begründete den Angriff mit einer angeblichen Verletzung des Luftraums im Jemen durch saudische Drohnen.
Das saudische Energieministerium bestätigte, dass an einer Aramco-Anlage in Dschasan ein Feuer ausgebrochen sei. Einsatzkräfte hätten den Brand gelöscht, Verletzte habe es nicht gegeben. Zur Brandursache machte das Ministerium aber keine Angaben.
Huthi-Miliz meldet auch Angriffe im Jemen
Die Huthi-Rebellen teilten auch mit, im Westen des Jemen eine großangelegte Militäroperation gestartet zu haben. Dabei seien zahlreiche Raketen und Drohnen gegen Truppenansammlungen und Waffenlager in der von der Regierung kontrollierten Region Mocha eingesetzt worden. Waffen und Ausrüstung seien zerstört und Dutzende Menschen verletzt oder getötet worden, darunter auch saudische Staatsbürger.
Ein Mitarbeiter des jemenitischen Informationsministeriums bestätigte den Angriff und sagte der Nachrichtenagentur dpa, an Hafenanlagen seien Sachschäden entstanden. Zuvor hatte es Medienberichte über Angriffe der Huthi-Miliz auf den Hafen Mocha im Westen des Jemen gegeben. Angaben zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor.
Wer steht wo?
Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit Jahren gegen die Huthi-Miliz. Die islamistische Miliz hatte den Jemen, ein armes Land auf der Arabischen Halbinsel, 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin.
Im Zuge des Iran-Kriegs spitzte sich der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz erneut zu. Mit Luftangriffen auf die von der Miliz kontrollierte Hauptstadt Sanaa war er vor einigen Wochen aufs Neue eskaliert. Jüngst griffen die Huthi auch mehrere saudi-arabische Schiffe an oder zwangen sie zu Kurswechseln. In der Nacht zu Freitag attackierten die Islamisten auch Ziele direkt in Saudi-Arabien, dabei wurden mindestens elf Menschen verletzt. Bei weiteren Huthi-Angriffen in der jemenitischen Provinz Marib wurden nach Regierungsangaben mindestens zwei Zivilisten getötet.
© dpa-infocom, dpa:260809-930-505356/1
Source – ZEIT News

