Tel Aviv: 1.300 Jahre altes Industriegebiet in Israel entdeckt

Archäologen in Israel haben einen rund 1.300 Jahre alten
Industrie- und Gewerbekomplex entdeckt. »Obwohl in der Gegend bereits
früher Gebäude und Funde aus antiken Epochen entdeckt wurden, übertrafen die
Ergebnisse der aktuellen Ausgrabung alle Erwartungen«, teilten die Grabungsleiter
der israelischen Altertumsbehörde IAA, Yoav Arbel und Lior Rauchberger, mit.

Demnach wurden bei den Ausgrabungen am Stadionparkplatz
von Ramat Gan bei Tel Aviv mehrere sich überschneidende Straßen sowie
Keramiköfen und andere handwerkliche Installationen aus dem siebten oder achten
Jahrhundert nach Christus gefunden. 

Die planmäßige Anlage mit geraden Straßen
lege aus Sicht der Forscher nahe, dass der Komplex von Ingenieuren
sehr sorgsam geplant worden sei. »Auch die Lage dürfte kein Zufall gewesen
sein: Der Standort befand sich nahe der Hauptstraße, die Jaffa, Ramla – damals
die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks – und Jerusalem miteinander
verband«, hieß es.

Unklar ist, wer für den Bau verantwortlich war

Die Archäologen gehen davon aus, dass der Komplex etwa 150
Jahre genutzt worden ist, bevor er wegen unbekannter Umstände aufgegeben
wurde. Im zehnten Jahrhundert wurden dort erneut Gebäude errichtet, die
allerdings im Zuge des Ersten Kreuzzugs 1099 wieder zerstört wurden. Danach
blieb das Areal lange Zeit unbewohnt.

Wer für den Bau des Komplexes damals zuständig war, ließ
sich durch die Funde nicht klären. Die Forscher verwiesen auf die
Bevölkerungsvielfalt, die zur Zeit der ersten Errichtung der Gebäude in der
Region bestand. So waren dort jüdische, muslimische, christliche und samaritanische Gemeinden beheimatet. Demnach ist offen, welche dieser Gemeinschaften
den Komplex damals errichtet hatte.

Source – ZEIT News