VAR-Elfmeter verhelfen Leverkusen zu deutlichem Sieg – Rasensprenger sorgen für kurze Störung
Bayer Leverkusen gewinnt das zweite Europa-League-Spiel der Saison in Posen souverän. Bayer bekommt kräftige Hilfe vom Videoassistenten. Besonders die erste Entscheidung ist umstritten.
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Bayer Leverkusen bleibt auch auf internationaler Bühne auf Erfolgskurs. Der Bundesligist setzte sich in der Europa League beim polnischen Meister Lech Posen mit 4:0 (3:0) durch und machte mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel einen weiteren Schritt in Richtung K.-o.-Phase.
Schon zum Europapokal-Auftakt hatte Bayer den slowenischen Meister NK Celje mit 2:0 bezwungen. Und gegen die zuletzt in der heimischen Liga starken Polen feierte die Werkself dank des Doppelpacks von Patrik Schick (29. Minute/Handelfmeter und 40./Foulelfmeter) sowie der Treffer von Malik Tillman (32.) und Ibrahim Maza (89.) bereits den vierten Pflichtspielerfolg in Serie.
Dabei hatte Bayer-Trainer Carles Martínez seine Startelf im Vergleich zum turbulenten 4:3-Erfolg vom vergangenen Wochenende beim FSV Mainz 05 gleich auf sechs Positionen verändert – und auch Torjäger Schick sollte drei Tage vor dem Topspiel am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN und im WELT-Liveticker) gegen Bundesliga-Spitzenreiter SC Freiburg höchstens einen Kurzeinsatz bekommen.
Stattdessen erhielten gegen Posen in der Offensive Tillman, Nathan Tella und Martin Terrier den Vorzug vor Moussa Diaby, Afonso Moreira und Schick. In der Abwehr rückten Lucas Vázquez und Loïc Badé für Jarell Quansah und Facundo Medina in die Anfangsformation. Im defensiven Mittelfeld spielte Ezequiel Fernández anstelle von Robert Andrich.
Terrier muss früh raus – „Das ist schon tragisch“
Doch Trainer Martínez musste schon früh wechseln: Ausgerechnet Terrier, der sich in den vergangenen Wochen nach Verletzungen zurückgekämpft hatte und in Posen erst zu seinem zweiten Startelfeinsatz in dieser Saison kam, musste bereits nach 20 Minuten verletzt vom Platz. „Das ist schon tragisch. Immer wieder, wenn er dran ist, passiert etwas“, sagte Bayers Direktor Lizenz Thomas Eichin in der Pause gegenüber „RTL+“.
Für Terrier kam Bayers Torgarant Schick früher als geplant – und unterstrich prompt seine Qualitäten. Zweimal war der 30-Jährige vom Elfmeterpunkt gefordert, zweimal blieb er dabei eiskalt. Allerdings war vor allem die Entstehung des ersten Strafstoßes strittig.
So ahndete Schiedsrichter Milos Milanovic aus Serbien nach knapp 25 Minuten erst nach der Intervention des Videoassistenten und mehr als drei Minuten langer Überprüfung ein Handspiel von Posens Terry Yegbe. Der Abwehrspieler war aus kurzer Distanz von Maza am aus Schussrichtung gesehen hinteren Arm angeschossen worden und drehte sich dabei auch noch weg.
Und auch den zweiten Strafstoß für die Leverkusener gab Milanovic erst, als der VAR ihn auf eine Rangelei im Strafraum zwischen Schick und Mateusz Skrzypczak hinwies. Der Unparteiische wertete dies als klares Foulspiel am Bayer-Stürmer – dies war eine vertretbare Entscheidung. Und Schick ließ sich auch diese Gelegenheit nicht nehmen, verwandelte ein zweites Mal an diesem Abend sicher vom Elfmeterpunkt und markierte damit seinen achten Saisontreffer.
Dazwischen hatte auch noch Tillman für die Gäste getroffen und Bayer eine beruhigende Drei-Tore-Führung beschert. Eine durchaus verdiente Führung, denn Leverkusen war die spielerisch bessere Mannschaft und spätestens nach den Gegentoren war die Gegenwehr Posens gebrochen.
Kurios in Halbzeit eins: Das Spiel musste nach rund 20 Minuten kurz unterbrochen werden, weil die Rasensprenger auf einer der beiden Spielfeldhälften ungewollt ihren Betrieb aufnahmen. Die technische Panne konnte aber nach wenigen Sekunden behoben werden.
Harmlose Posen-Offensive
Ansonsten zeigte der starke Auftritt der Gäste aus dem Rheinland beim vom Dänen Niels Frederiksen trainierten Gegner deutliche Wirkung. Die sonst schlagkräftige Offensive der Hausherren blieb diesmal harmlos. Dabei hatte die Mannschaft um den früheren Bundesliga-Stürmer Mikael Ishak (1. FC Köln und 1. FC Nürnberg) in den vergangenen zehn Pflichtspielen noch 30 Tore erzielt. Den Schlusspunkt setzte stattdessen Maza mit dem vierten Bayer-Treffer.
Während Leverkusen mit breiter Brust die kommenden Aufgaben angehen kann, steht Posen bereits nach dem zweiten Spieltag in der Europa League schon unter Druck. Bereits den Auftakt hatte Posen mit 0:4 bei Crystal Palace verloren. Und am Donnerstagabend sorgten Schick & Co. dafür, dass der polnische Meister auch das fünfte Hauptrunden-Spiel in der Europa League der Vereinsgeschichte nicht gewinnen konnte.
dpa/luwi
Source – WELT De

