„50 Millionen Termine gestrichen“ – Kassenärzte-Chef warnt vor längeren Wartezeiten
Die Bundesregierung will Arzttermine leichter verfügbar machen – doch die Kassenärzte warnen vor Engpässen. KBV-Chef Andreas Gassen kritisiert die Kürzung der Mittel für die ambulante Versorgung.
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Gesetzlich Versicherte müssen sich nach Einschätzung der Kassenärzte ab dem kommenden Jahr auf längere Wartezeiten bei Arztterminen einstellen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, warnte im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung vor einer weiteren Verschärfung der Versorgungslage.
„Durch die Kürzung der Mittel für die ambulante Versorgung hat die gleiche Bundesregierung gerade mehr als 50 Millionen Termine in der ambulanten Versorgung gestrichen“, sagte Gassen. Auch die geplante Verpflichtung von Arztpraxen, eine feste Zahl freier Termine zu melden, werde die Situation seiner Ansicht nach nicht verbessern.
„Kontingente verschärfen Terminnot“
„Im Gegenteil: Wird ein festes Kontingent zu meldender Termine festgelegt und diese damit in den Praxen blockiert, stehen diese nicht mehr für die Patienten in diesen Praxen zur Verfügung. Die Terminnot wird sich also weiter verschärfen“, erklärte der KBV-Vorsitzende.
Die KBV habe auf diese Folgen wiederholt hingewiesen, betonte er. Entscheidend sei aus seiner Sicht eine bessere finanzielle Ausstattung der ambulanten Versorgung. „Nur wenn mehr Geld für die ambulante Versorgung zur Verfügung steht, wird es mehr Termine geben können. Das sind vergleichsweise einfach zu verstehende wirtschaftliche Abhängigkeiten“, so Gassen.
Finanzlage der Krankenkassen bleibt trotz Einsparungen angespannt
Bundestag und Bundesrat haben ein Sparpaket beschlossen, das die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um etwa 15 Milliarden Euro entlasten soll. Ziel ist es, weiter steigende Kassenbeiträge zu vermeiden.
Vorgesehen sind höhere Zuzahlungen und Einschnitte für Patienten, aber auch milliardenschwere Ausgabenbremsen bei Versorgungsanbietern von den Praxen und Kliniken bis zu Arzneiherstellern. Über wichtige Punkte wird in der Koalition allerdings noch gerungen.
Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) betonte zugleich, die Finanzlage der Krankenkassen bleibe trotz Reform angespannt: „Wir müssen die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung lösen und ihre Finanzierung dauerhaft auf eine solide Grundlage stellen.“
kna/saha
Source – WELT De

