Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Sahra Wagenknecht bekräftigt Willen zur Zusammenarbeit mit der AfD

Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat sich die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht erneut für eine teilweise Zusammenarbeit mit der AfD ausgesprochen. »Wir müssen aus dieser Brandmaueridiotie raus, sonst fühlt sich fast jeder zweite Wähler betrogen«, sagte die 57-Jährige im Interview mit dem Spiegel.

Konkret schlägt das BSW vor, im Falle eines Einzugs in den Landtag nach einer unabhängigen, über Parteigrenzen hinweg respektierten Persönlichkeit für das Amt des Ministerpräsidenten zu suchen. Ideen für den Posten gebe es bereits, sagte Wagenknecht. »In der Wirtschaft, der Justiz, den Kirchen: Überall findet man honorige Persönlichkeiten mit Rückgrat, die für einen politischen Neubeginn stehen könnten.« Namen nennen wollte sie jedoch nicht.

Nach Wagenknechts Vorstellungen soll der Ministerpräsident anschließend ein Kabinett aus Fachleuten »mit und ohne Parteibuch« bilden und mit wechselnden Mehrheiten regieren – »unter Einbeziehung aller demokratisch gewählten Parteien«. Damit sei auch die AfD gemeint. »Die AfD hat vernünftige Forderungen im Programm, für die sie ja auch gewählt wird«, sagte die BSW-Gründerin.

BSW könnte an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern

Den Vorwurf, der AfD damit als Steigbügelhalterin zu dienen, wies Wagenknecht zurück. Viele Menschen in Deutschland seien empört und würden genau
deshalb die AfD wählen. »Und dann bekommen sie immer breitere
Brandmauerkoalitionen, die ihnen signalisieren, dass ihr Votum die etablierte
Politik null interessiert«, sagte Wagenknecht. »Das kann man natürlich so lange
machen, bis die AfD tatsächlich die absolute Mehrheit hat. Ich fände es klüger,
vorher über einen anderen Weg nachzudenken.«

Vor den Landtagswahlen am 6. September liegt die AfD mit großem Vorsprung vor den anderen Parteien. In Umfragen kommt die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD auf 42 Prozent, die CDU auf 23 Prozent. Eine AfD-Alleinregierung in Sachsen-Anhalt ist nicht ausgeschlossen. Das BSW liegt in Sachsen-Anhalt in den Umfragen bei vier Prozent und könnte den Einzug in den Landtag knapp verpassen.