Messner spricht erstmals über angeborenen Herzfehler und deutet Rückzug aus der Öffentlichkeit an

Bergsteiger Reinhold Messner hat nach einem Zusammenbruch von einem angeborenen Herzfehler erfahren. Der 82-Jährige erhielt einen Herzschrittmacher und plant seinen Rückzug aus der Öffentlichkeit.

Audioplayer wird geladen

Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.

Reinhold Messner will keine öffentlichen Auftritte mehr machen, sobald seine Alterserscheinungen ihn zu stark einschränken. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ erklärten Messner und seine Frau Diane, dass sein Lebenswerk nicht ins Würdelose abdriften solle.

„Ich habe mein ganzes Leben öffentlich gelebt und werde auch das Alter nicht verstecken. Natürlich wird irgendwann der Moment kommen, an dem ich eine Bühne nicht mehr betreten möchte“, sagte der 82 Jahre alte Messner auf die Frage, ob er sich irgendwann aus der Öffentlichkeit zurückziehen wolle. „Diane kennt mich gut, und ich vertraue ihrem Blick.“

Lesen Sie auch

Wann dieser Zeitpunkt kommt, darüber sei sich das Ehepaar noch nicht im Klaren. „Reinhold soll so lange weitermachen, wie es ihm Freude macht und wie es sich für ihn richtig anfühlt. Es soll würdevoll bleiben“, sagte Diane Messner. „Viele betrachten ihn als Mentor oder Inspiration. Solange dieser Austausch beiden Seiten Freude macht, ist das etwas Schönes“, so Diane Messner weiter.

Vor rund einem Jahr habe Reinhold Messner erfahren, dass er unter einem angeborenen Herzfehler leidet. Ein Hinweis darauf findet sich auch in seinem neuen Buch „Lebenszeit“, das er mit seiner Frau verfasst hat. Messner sei bei einem Empfang zusammengesackt, erzählte er im „Spiegel“-Interview.

Lesen Sie auch

Er sei zwei Tage später operiert worden und habe einen Herzschrittmacher bekommen. „Danach habe ich erfahren, dass ich einen angeborenen Herzfehler habe“, so Messner. „Durch eine Herzklappeninsuffizienz fließen 20 Prozent des Blutes nicht in die vorgesehene Richtung“, sagte Messner.

Nach dem Zusammenbruch habe er sich erinnert, dass ihm als Kind manchmal schwindlig gewesen sei. Einmal sei er im Bus ohnmächtig geworden, sagt Messner. „Trotzdem hat mich dieses Herz über Jahrzehnte durch mein Leben getragen, bei mehr als hundert Expeditionen. Wenn ich heute darauf zurückblicke, empfinde ich vor allem Staunen“, sagte er.

lay

Source – WELT De