Orden für Berlinerin, die ihren alten Krempel auf Straße stellt
Verdiente Ehre für Stefanie B. aus Prenzlauer Berg, die ihre alten Schuhe, schadhaftes Geschirr sowie kaputtes Baby-Spielzeug auf den Bürgersteig stellte: Aufgrund ihrer enormen Freigiebigkeit wird sie jetzt vom Bundespräsidenten ausgezeichnet.
Tolle Neuigkeiten für eine Berlinerin aus Prenzlauer Berg, die ihren alten Krempel mit einem „Zu verschenken“-Schild auf den Bürgersteig gestellt hat: Für ihr bürgerliches Engagement soll die 45-Jährige jetzt mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden.
Im Begründungsschreiben des Bundespräsidenten wird die „enorme Opferbereitschaft“ von Stefanie B. hervorgehoben. Sie habe den Menschen in Prenzlauer Berg, die außer ein paar SUVs, einer Eigentumswohnung und einem Olivenöl-Abo aus der Toskana praktisch nichts besäßen, mit ihren großherzigen Geschenken einen unschätzbaren Dienst erwiesen, heißt es in dem Brief.
Kulturelle Bereicherung des Viertels
Der Bundespräsident lobte Stefanie B. nicht nur für die ausgelatschten alten Schuhe, die sie zur „Linderung der Not der Menschen vor Ort“ auf die Straße gestellt hatte: Besonders hervorgehoben wurde auch ihr Beitrag zur kulturellen Bereicherung der Gesellschaft: Mit edelmütig zur Verfügung gestellter Literatur wie „Abiturwissen 1997“ oder „Das Word 6 for Windows Buch“ habe sie sich um die Steigerung des Bildungsniveaus in ihrem Viertel in noch gar nicht absehbaren Dimensionen verdient gemacht – ganz zu schweigen von der selbst gebrannten Robbie-Williams-CD.
„Eine absolute Rarität, da hat der bedürftige Finder sein Glück sicherlich nicht fassen können“, weiß die Berlinerin. Kein Wunder, dass das bekanntlich hoch engagierte Ordnungsamt in der Hauptstadt angesichts solcher Kostbarkeiten kein Bußgeld erhob.
Berlinerin soll noch mehr geehrt werden
Im Gegenteil: Es soll inzwischen sogar Pläne geben, Stefanie B. für das auf dem Gehweg abgestellte Ikea-Teeservice von 2002 sowie für den vollgekotzten Plüschdinosaurier ihres Sohnes ein Denkmal zu errichten. Doch das geht ihr zu weit: „Eine kleine formlose Heiligsprechung würde schon vollkommen ausreichen. Und künftig ein bisschen mehr Glück auf dem Flohmarkt.“
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Source – WELT De

