Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wahlbeteiligung am späten Nachmittag bei mehr als 65 Prozent
»Wir dürfen nicht vergessen, miteinander verbunden zu sein«
Vor den Gräbern von Martin Luther und Philipp Melanchthon erfüllen mehr als 40 Sängerinnen und Sänger die Räume der Schlosskirche Wittenberg mit sanften Klängen. In ihren Liedern geht es um das Thema Frieden, der Landesjugendchor Sachsen-Anhalt hat sie eigens für die Wahl einstudiert. In dem architektonisch imposanten Bauwerk wirken sie tröstlich. Auf den harten Holzbänken lauschen Hunderte von Zuschauern, umgeben von elegantem Mauerwerk.
»Es ist wichtig, dass unsere Kirchen sichere Orte des Gebets sind«, sagt Anne Brisgen, evangelische Pfarrerin an der Schlosskirche. Mit einem Gottesdienst um 10 Uhr und anschließenden Gebetsveranstaltungen im Laufe des Tages hält die Schlosskirche ihre Räumlichkeiten den ganzen Tag über für die Gemeinde geöffnet. Dieser Geist der Inklusion sei ein Gegenmittel gegen die Ausgrenzung durch die AfD, sagt Brisgen.
Die Schlosskirche gilt als Geburtsort der protestantischen Reformation – ein historisches Ereignis, auf das sich die AfD in ihren Versprechen einer Erneuerung für Sachsen-Anhalt berufen hat. Doch die Veranstaltungen in der Schlosskirche am Sonntag sollen daran erinnern, dass »die wahre Reformation darin besteht, die Situation in unserem Land zu reflektieren“« sagt Brisgen. »Wir dürfen nicht vergessen, miteinander verbunden zu sein.«
Source – ZEIT News

