Rumänien schießt erstmals eingedrungene Drohne im eigenen Luftraum ab
Im Ukraine-Nachbarland Rumänien ist eine fremde Drohne in den Luftraum eingedrungen. Zum ersten Mal wurde sie von einem Kampfjet abgeschossen. Woher das Fluggerät stammt, gab der Präsident nicht bekannt.
Erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat Rumänien eine Drohne in seinem Luftraum abgeschossen. Die Drohne sei am Freitagvormittag von einem rumänischen Piloten an Bord eines F-16-Kampfjets abgeschossen worden, sagte der Präsident des Nato-Mitgliedstaats, Nicusor Dan, in einer Pressekonferenz. Untersuchungsteams seien beauftragt worden, Details zu dem Vorfall zu liefern.
Das rumänische Verteidigungsministerium teilte mit, die Drohne sei in der Nähe der Stadt Padina im Kreis Buzau im Osten des Landes abgeschossen worden. Nach Angaben Dans wurde das unbemannte Fluggerät über einem unbewohnten Gebiet abgeschossen. Woher die Drohne stammt, gibt Dan nicht an.
Auch zwei italienische Kampfflugzeuge am Einsatz beteiligt
Wie das Verteidigungsministerium weiter mitteilte, waren im Rahmen des Einsatzes auch zwei italienische Kampfflugzeuge sowie eine weitere rumänische F-16 von der Luftwaffenbasis Fetesti im Südosten des Landes aufgestiegen. Der „Erfolg“ sei auch der guten Zusammenarbeit mit den anderen Nato-Truppen zu verdanken, erklärte daraufhin die rumänische Außenministerin Toiu Oana im Onlinedienst X.
Es ist der jüngste Vorfall in einer ganzen Reihe von Verletzungen des Luftraums des Nato- und EU-Mitglieds. Im Verlauf des seit fast viereinhalb Jahren andauernden Ukraine-Kriegs waren bereits wiederholt Drohnen in den rumänischen Luftraum eingedrungen.
Rumänien, das eine 650 Kilometer lange Landgrenze mit der Ukraine teilt, hat seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 und dem Beginn der Angriffe Moskaus auf ukrainische Häfen jenseits der Donau mehrere Dutzend Verletzungen seines Luftraums durch russische Drohnen gemeldet. Einige davon stürzten ab, keine wurde jedoch abgeschossen. Um sie abschießen zu können, hatte Bukarest erst im Vorjahr gesetzliche Grundlagen geschaffen.
AFP/Reuters/shem
Source – WELT De

