Social Media: Meta-Konzern einigt sich mit US-Bundesstaaten auf Milliarden-Vergleich
Das Digitalunternehmen Meta hat im Streit über die Gefahren sozialer Medien für Kinder und Jugendliche mit zahlreichen US-Bundesstaaten einen milliardenschweren Vergleich geschlossen. Im Rahmen der Einigung zahlt der Facebook- und Instagram-Mutterkonzern bis zu 16,68 Milliarden Dollar an die Bundesstaaten, wie Gerichtsunterlagen zeigen. Zudem verpflichtete sich Meta zu landesweiten Änderungen für jugendliche Nutzer, darunter standardmäßige tägliche Zeitlimits und nächtliche Zugangssperren. Mit dem Vergleich entgeht das Unternehmen einem Prozess.
29 Bundesstaaten hatten Meta vor einem Bundesgericht in Kalifornien vorgeworfen, seine sozialen Netzwerke gezielt so gestaltet zu haben, dass sie Minderjährige abhängig machen. Zudem habe der Konzern Verbraucher über die Sicherheit seiner Plattformen getäuscht und unrechtmäßig persönliche Daten von Kindern gesammelt, um damit KI-Modelle zu trainieren. Meta wies die Vorwürfe zurück.
US-Medien zufolge erklärte Meta sich bereit dazu, einige grundlegende Änderungen für jugendliche Nutzerinnen und Nutzer seiner Dienste in den USA einzustellen. Meta müsse endloses Scrollen unterbinden und auf seinen Plattformen Instagram und Facebook tägliche Nutzungsbeschränkungen von zwei Stunden einführen, schrieb die New York Times. Zudem müsse das Unternehmen die Nutzung zwischen Mitternacht und sechs Uhr einschränken und Benachrichtigungen zwischen 22 Uhr abends und sieben Uhr morgens stummschalten. Auch bestimmte Filter und die Anzeige von Likes sollen eingeschränkt werden. Zudem sollen die Altersüberprüfungen verbessert werden.
Prozess um Jugendschutz
Im Prozess hatte Instagram-Chef Adam Mosseri eingeräumt, die Einführung neuer Funktionen zum Schutz junger Nutzerinnen und Nutzer verschwiegen zu haben. Die 2021 eingeführte Funktion »Mach eine Pause«, welche Nutzerinnen und Nutzer nach einer bestimmten Zeit daran erinnert, dass sie bereits einige Zeit auf der App verbrachten, sei bei den Jugendlichen kaum angekommen, da sie kaum beworben worden sei. Auch nutzten nur wenige Jugendliche den 2023 eingeführten Schlafmodus.
Der Prozess wurde von den Bundesstaaten Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey stellvertretend für insgesamt 29 Bundesstaaten geführt. Sie verlangten Beschränkungen sowie eine drastische Strafzahlung von rund 200 Milliarden Dollar (rund 173 Milliarden Euro) – für jeden betroffenen Heranwachsenden im Land mehrere Tausend Dollar. Der Prozess geht auf die sogenannten Facebook Files zurück, welche die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen Ende 2021 veröffentlicht hatte und welche Metas Bewusstsein über mögliche Schäden seiner Plattformen für Kinder und Jugendliche zeigten.
Source – ZEIT News

